Pilger- und Begegnungszentrum
von Richard Schu-Schätter
Neues Pilger- und Begegnungszentrum
Ein neues Pilger- und Begegnungszentrum entsteht ab Frühjahr 2027 an der Stelle des jetzigen Pfarr- und Pilgerzentrums.
Derzeit steht das Pfarr- und Pilgerzentrum Gemeinde- und Wallfahrtsgruppen für Veranstaltungen und Begegnungen zur Verfügung. Das danebenliegende denkmalgeschützte Haus Nr. 17 beherbergt den Eine-Welt-Laden der Gemeinde. Im Christoph-Bernsmeyer-Haus an der Ems befinden sich Räume für kleinere Wallfahrtsgruppen. Mit dem Büro des Pilgerseelsorgers und einem kleinen ehrenamtlichen Team bietet die Kirchengemeinde hier an ausgewählten Tagen für Einzelpilgerinnen und Einzelpilger sowie für an der Wallfahrt interessierte Menschen die Möglichkeit zum Ankommen, Informieren, Rasten, zu seelsorglichen Gesprächen und zum Empfang des Pilgersegens.
Der demografische Wandel, die fortschreitende Säkularisierung und geringer werdende finanzielle Ressourcen haben in Telgte zu Überlegungen geführt, wie unser Wallfahrtsort als spiritueller Anlaufpunkt für viele Menschen lebendig gehalten und zugleich gut für die Zukunft aufgestellt werden kann.
Eine immer differenzierter werdende gesellschaftliche Wirklichkeit bringt auch notwendige Veränderungen für Pilger- und Wallfahrtsorte mit sich, wie sie in der Arbeitshilfe der Deutschen Bischofskonferenz zur Zukunft der Wallfahrt herausgearbeitet werden.
Während in früheren Zeiten die Hauptaufgabe darin bestand, Wallfahrtsgruppen Gottesdienste zu ermöglichen und Räume zur Begegnung zur Verfügung zu stellen, geht es heute oftmals auch darum, spirituelle Angebote zu machen. Dies gilt sowohl für Wallfahrtsgruppen ohne eigenen Seelsorger als auch für die zunehmende Zahl an Kleingruppen und Einzelpersonen, die nach Telgte kommen. Sei es ganz bewusst als Pilgerinnen und Pilger, sei es als Tagestouristen, Radfahrerinnen und Radfahrer oder als Menschen auf der Suche nach einer kleinen Auszeit von ihren alltäglichen Routinen. All diese Menschen bringen ihre eigene Glaubens- und Lebensgeschichte mit. In Telgte können und wollen wir ihnen die Möglichkeit geben, gestärkt und beschenkt wieder in den Alltag zurückzukehren.
Wir tun das mit einem breit aufgestellten Angebot von Gottesdiensten, Andachten und spirituellen Aktionen. Wir tun es durch einladende und ansprechend gestaltete Räume, und wir tun es durch eine Gastfreundschaft, die ein offenes Ohr für das hat, was Menschen bewegt, die auskunftsfähig ist über die Themen Wallfahrt, Glaube, Pilgern und die vielen Lebensthemen, die Menschen mit nach Telgte bringen.
Eine Konzentration der Räumlichkeiten für Wallfahrerinnen, Wallfahrer, Pilgerinnen und Pilger direkt an der Propstei- und Wallfahrtskirche ist daher ein guter Schritt in die Zukunft.
Für das neue Pilger- und Begegnungszentrum werden Teile des jetzigen Pfarr- und Pilgerzentrums abgerissen. Ein Neubau entsteht, bei dem die beiden kleineren der drei Giebel zu einem größeren zusammengefasst werden. Außerdem wird das Gebäude mit dem sanierungsbedürftigen Haus Nr. 17 so verbunden, dass auch dort Räumlichkeiten barrierefrei genutzt werden können.
Der offen gestaltete Eingangsbereich am Kardinal-von-Galen-Platz lädt dazu ein, anzukommen und durchzuatmen. Im Cafébereich finden Pilgerinnen und Pilger Raum für Begegnung, Information und eine kurze Rast. Eine kleine Teeküche bietet die Möglichkeit, sich mit einem Getränk zu stärken.
Dahinter befindet sich eine neue große Küche, die Gruppen bei Veranstaltungen zur Verfügung steht. Ebenso stehen die beiden Räume, die an der Stelle des jetzigen großen Saals entstehen, wie bisher Wallfahrtsgruppen sowie Veranstaltungen der Kirchengemeinde zur Verfügung. Durch mobile Trennwände können sie miteinander und mit dem Cafébereich verbunden werden.
Der direkte Zugang aus dem Büro des Pilgerseelsorgers zum Eingangs- und Cafébereich ermöglicht eine unkomplizierte und schnelle Kontaktaufnahme, wenn Pilger und Besucher unangemeldet das Pilger- und Begegnungszentrum betreten. Ebenso ist es möglich, vom Cafébereich direkt in den Eine-Welt-Laden zu gelangen, der wie bisher an der Rückseite des Gebäudes zu finden ist. Garderobe und Toiletten dürfen natürlich ebenfalls nicht fehlen.
Im Obergeschoss werden neben den Räumlichkeiten für die Messdienerinnen und Messdiener sowie den Büros zwei Schlafräume mit jeweils zehn Betten sowie zwei Doppelzimmer ihren Platz finden. So sollen Pilger- und Wallfahrtsgruppen sowie Einzelpilgerinnen und Einzelpilger die Möglichkeit erhalten, in Eigenversorgung zu übernachten oder gegebenenfalls die Duschmöglichkeiten zu nutzen.
Im Obergeschoss des Pilger- und Begegnungszentrums werden außerdem insgesamt drei Wohnungen entstehen.
Mit der Konzentration der Räume für Pilgerinnen, Pilger, Wallfahrerinnen und Wallfahrer, Gäste und Touristen in unmittelbarer Nähe von Kirche und Kapelle werden wir künftig noch besser auf die Veränderungen unserer Zeit reagieren können. Zugleich sichern wir für die Kirchengemeinde und die Wallfahrtsgruppen einen wichtigen Ort der Begegnung und schaffen gute Voraussetzungen dafür, dass Telgte auch in Zukunft ein lebendiger Wallfahrtsort bleibt.

