Himmel + Erde berühren

ein Impuls zum Wallfahrtsmotto 2022

von Pilgerseelsorger Richard Schu-Schätter

Wonach sehnst Du Dich?
Nach Frieden? Nach Gemeinschaft? Nach Lebensenergie, Trost, Gesundheit, (finanzieller) Sicherheit, ...? Nach einem Wunder?
Wenn Menschen auf eine Wallfahrt oder eine Pilgerreise gehen, nehmen sie sich selbst mit und was sie in ihrem Leben berührt.
Ihre Sorgen und Ängste, ihre Fragen und Zweifel, aber auch ihre Sehnsucht und Hoffnung.
Wer aufbricht, bleibt nicht in dem stecken, was ist und was war.
Wer aufbricht, darf und muss damit rechnen, dass sich unerwartetes ereignet, dass sich Dinge wandeln.
Wer aufbricht, geht oder fährt dem Horizont entgegen, dem Ort, an dem sich Himmel und Erde berühren.
Über viele Jahrhunderte hindurch brechen Menschen nach Telgte auf mit all dem, was sie in ihrem Leben berührt.
So manches mag sich schon auf dem Weg durch die Bewegung, durch neue Gedanken oder durch die Kraft der Schöpfung verwandeln.
Und mit Blick auf die eigene Sehnsucht bietet beim Ankommen in Telgte das Gnadenbild einen Perspektivwechsel an:
Es spricht: "Sieh her: mitten im Leid, in tiefster Trauer, in Hohn und Schmerz und Angst bist Du nicht allein. Lass dich berühren von der Kraft und Liebe Gottes, denn dein Weg ist noch nicht zu Ende. Da kommt noch was: Nach der Trauer kommt der Trost. Nach dem Dunkel kommt das Licht. Nach dem Tod, die Auferstehung. Hinter dem Horizont geht´s weiter."
Wonach sehnst Du Dich? Schiebe nicht beiseite, was Dich berührt. Trage es mit Dir, damit es auf deinem Weg verwandelt werden kann. Gott geht mit Dir und will Dir zeigen: Himmel und Erde berühren sich in Dir!

Wann brichst Du auf?